Transparenz, Verantwortung und Zukunft

Die Insolvenz der Wangerland Touristik GmbH war einer der schwierigsten Momente meiner Amtszeit als Bürgermeister.

Ich weiß, dass dadurch bei vielen Menschen Vertrauen verloren gegangen ist. Darüber möchte ich nicht hinweggehen. Dieses Vertrauen kann ich nicht mit ein paar Sätzen zurückgewinnen. Aber ich kann offen erklären, was passiert ist, welche Verantwortung ich trage und welche Konsequenzen wir daraus ziehen müssen.

Ich möchte nichts verschweigen und nichts schönreden. Die Menschen im Wangerland haben ein Recht auf Ehrlichkeit, Transparenz und eine vollständige Aufarbeitung. Genau deshalb gehört dieses Thema auf meine Homepage.

Die Krise hatte mehrere Ursachen

Die wirtschaftlichen Probleme der Wangerland Touristik GmbH sind nicht erst mit dem Thalasso Meeres Spa entstanden. Bereits über viele Jahre standen hohe Investitionen, steigende Anforderungen und dauerhaft defizitäre Einrichtungen einer wirtschaftlich immer schwierigeren Entwicklung gegenüber.

Das Thalasso Meeres Spa hat diese Entwicklung erheblich verschärft. Deshalb muss sorgfältig aufgearbeitet werden, wie es zu dieser Kostenentwicklung kommen konnte, welche Informationen damals vorlagen und welche Risiken zu welchem Zeitpunkt erkennbar waren.

Für mich gibt es dabei keine Denkverbote. Alles muss auf den Tisch. Nur wenn wir offen und vollständig aufarbeiten, können wir aus Fehlern lernen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.

Ich stelle mich meiner Verantwortung

Als Bürgermeister trage ich Verantwortung für die Entwicklung unserer Gemeinde. Dieser Verantwortung stelle ich mich.

Verantwortung bedeutet für mich nicht, schwierigen Fragen auszuweichen oder die Vergangenheit einfach hinter mir zu lassen. Verantwortung bedeutet, sich einer Situation zu stellen, auch wenn sie unbequem ist.

Ich habe selbst ein großes Interesse daran, dass die Vorgänge rund um das Thalasso Meeres Spa und die Wangerland Touristik GmbH vollständig aufgearbeitet werden. Ich wünsche mir keine schnelle Bewertung. Ich wünsche mir eine vollständige Aufklärung.

Deshalb wurde ein unabhängiges Gutachten erstellt. Da das Gutachten Hinweise auf Sachverhalte enthält, die einer strafrechtlichen Bewertung bedürfen könnten, wurden diese in Abstimmung mit unseren Rechtsbeiständen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Dort werden die Vorgänge nun unabhängig geprüft.

Für mich ist klar: Die Ergebnisse dieser Aufarbeitung werden öffentlich werden. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was geschehen ist. Nur durch Offenheit und Transparenz kann verlorenes Vertrauen zurückgewonnen werden. Dafür stehe ich.

Aus Fehlern lernen

Die WTG-Krise hat deutlich gemacht, dass große Projekte künftig noch enger begleitet werden müssen.

Dazu gehören für mich mehr Transparenz, ein konsequentes Controlling, frühzeitige Risikoanalysen und klare Verantwortlichkeiten.

Große Investitionen dürfen nicht erst dann kritisch hinterfragt werden, wenn Probleme bereits entstanden sind. Risiken müssen früh erkannt, offen benannt und konsequent bewertet werden.

Aus Fehlern müssen Konsequenzen entstehen. Genau das sind wir den Menschen im Wangerland schuldig.

Tourismus bleibt unsere Zukunft

Der Tourismus ist und bleibt eine der wichtigsten Grundlagen für das Wangerland. Davon bin ich fest überzeugt.

Damit er langfristig erfolgreich bleibt, brauchen wir eine wirtschaftlich tragfähige touristische Organisation, moderne Camping- und Freizeitangebote, eine enge Zusammenarbeit mit unseren Gastgebern, der Gastronomie, dem Handel und den Vereinen sowie langfristig wieder ein attraktives Bad, das dauerhaft finanzierbar ist.

Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch wirtschaftlich verantwortbar. Ehrlichkeit gehört deshalb genauso zu einer guten Tourismuspolitik wie der Mut, neue Wege zu gehen und notwendige Entscheidungen zu treffen.

Warum ich erneut kandidiere

Gerade weil die vergangenen Jahre schwierig waren, kandidiere ich erneut als Bürgermeister.

Ich kandidiere nicht, weil ich glaube, alles richtig gemacht zu haben.

Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, dass man gerade in schwierigen Zeiten Verantwortung nicht abgibt, sondern übernimmt.

Ich kenne die Herausforderungen unserer Gemeinde. Ich kenne aber auch ihre Chancen. Ich möchte den begonnenen Weg der Aufarbeitung konsequent zu Ende führen und gleichzeitig den Tourismus im Wangerland wirtschaftlich neu aufstellen.

Ich weiß, dass Vertrauen Zeit braucht.

Deshalb werde ich Sie nicht mit großen Versprechen überzeugen wollen, sondern mit Offenheit, Ehrlichkeit und verantwortungsvollem Handeln.

Ich möchte, dass das Vertrauen in unsere Gemeinde und ihre Entscheidungen Schritt für Schritt zurückkehrt. Dafür arbeite ich jeden Tag.

Dafür bitte ich Sie am 13. September erneut um Ihr Vertrauen.